Revolution in Sachsen

Leipzig, Kundgebung auf dem Augustusplatz 10.11.1918


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Machtverschiebungen im revolutionären Sachsen

Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung

Die ersten Vorboten der Revolution erreichten Sachsen am 6. November 1918, als die Fliegergarnison in Großenhain einen Soldatenrat gründete. Ab dem 8. November gingen aufständische Soldaten und revolutionäre Arbeiter in den drei großen sächsischen Städten Dresden, Leipzig und Chemnitz gegen die alten obrigkeitsstaatlichen Gewalten vor. Sie gründeten hier wie im gesamten Königreich Arbeiter- und Soldaten-Räte (ASR). An vorderster Front standen zumeist auch Politiker der linkspazifistischen USPD, der radikalen Linken, aber auch der MSPD.

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C. A. Maschke, Dresden, Friedrich August III. von Sachsen

Am 10. November rief der USPD-Politiker Hermann Fleißner auf einer großen Versammlung im Dresdner Zirkus Sarrasani die „Republik Sachsen“ aus. Zu diesem Zeitpunkt hatte der sächsische König bereits das Land in Richtung Schlesien verlassen; er verzichtete schließlich am 13. November auf die Krone, angeblich hatte er dies mit den Worten „Macht euern Dreck alleene!“ getan. Mit der Bildung einer Regierung der Volksbeauftragten aus MSPD und USPD am 15. November 1918 wurde nicht nur das letzte königliche Kabinett ersetzt, es wurden auch wichtige soziale und demokratische Impulse gegeben. Der immer stärker Ton angebenden MSPD gelang es, Kurs auf eine parlamentarische Demokratie zu nehmen: Am 2. Februar 1919 wurden erstmals Wahlen zu einem sächsischen Parlament auf demokratischer Basis und unter Beteiligung der bislang ausgeschlossenen Frauen abgehalten. Am 14. März 1919 wählte das Parlament Georg Gradnauer (MSPD) zum ersten Ministerpräsidenten des neuen „Freistaates Sachsen“.


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